Heilfasten Januar 2018

Begleitet mich bei meiner Heilfasten-Auszeit & erfahrt, warum Heilfasten so wichtig für die Gesundheit, Haut & den Organismus sein kann.

Liebe Freunde des gesunden Geschmacks,

es freut mich euch auf meine ganz persönliche Fastenreise mitnehmen zu können. Zugegeben, kurz vor meiner dritten Klausurphase bin ich etwas angespannter als sonst, dennoch hat mein Körper mir eindeutige Signale gesendet. Ich musste wieder einen Gang zurückschalten. Gesagt getan, nach guter Überlegung, Planung und Wahl des Zeitpunktes, kann es endlich beginnen! Bevor ich euch aber mit auf die Reise nehme, möchte ich euch erklären, warum ich überhaupt faste – los geht’s mit einem kleinen Abstecher Richtung allgemeine Informationen über das Heilfasten.

Bei chronischen Erkrankungen sollte man vorher mit einer/einem ausgebildeten Fastenleiter/in oder auch Fastenärzt*in sprechen, um mögliche Risiken zu minimieren. Heilfasten mit einer chronischen Krankheit verläuft erfahrungsgemäß anders, als mit gesunden Patient*innen. Nachdem alle Risiken abgeklärt worden sind und jeder optimal über das Heilfasten aufgeklärt wurde, kann es bedenkenlos losgehen.

Heilfasten – was ist das?

Laut Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung e.V. definiert sich das Heilfasten als freiwilliger Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel für einen begrenzten Zeitraum. Die Dauer der Fastenzeit ist abhängig von der individuellen Konstitution der Person. Klassisch werden sieben Tage gefastet. Diese sieben Fasttage werden mit 3 Entlastungstagen und 3 Aufbautagen komplettiert. Personen mit genügen körperlicher Substanz und fachkundiger Betreuung können bis zu 30 Tagen (oder länger) fasten. Ich beziehe mich bei meinem Heilfasten auf das Fasten nach Dr. Otto Buchinger – auch als „Buchinger Fasten“ bekannt. Das Buchinger Fasten umfasst eine begrenzte Menge an Saft, Gemüsebrühe und ungesüßte Kräutertees. Zum Heilfasten gehört traditionell eine Generalreinigung, die die Fastenzeit physiologisch mit Hilfe von Glaubersalz einleitet. Zudem gibt es verschiedene Alternativen zum klassischen Glaubersalz. Eine gute Vor- und Nachbereitung auf die Fastenzeit sind hierbei genauso wichtig, wie das Fasten selbst. Eine sanfte Darmreinigung während des Fastens wird mit Hilfe eines Einlaufs unterstützt. Durch den Einlauf kann der Darm entlastet werden und mögliche Hungergefühle beseitigt werden.

Das therapeutische Heilfasten hat eher weniger, mit dem heutzutage in der Fastenzeit praktizierten Verzicht auf beispielsweise Alkohol, Süßigkeiten oder Zigaretten, zu tun.

Ein Heilfasten bewirkt tiefgreifende Prozesse, die sowohl körperliche, als auch mentale Effekte zeigen kann.

„Sinn und Zweck des Fastens ist nicht das Abnehmen, sondern eine körperliche und eine geistige Reinigung“

Heilfasten nach Buchinger

Dr. Otto Buchinger erfuhr durch das Heilfasten so grosse Linderung seines Rheumas, dass er im Jahr 1920 die allererste Heilfastenklinik im deutschen Bad Pyrmont eröffnete, um auch seinen Patienten die Gelegenheit zu geben, in den Genuss der wunderbaren Auswirkungen des Fastens zu kommen.

Für das intensive Fasten nach Buchinger benötigt man einschliesslich der Entlastungs- und Aufbautage insgesamt zwei Wochen Zeit. Bucht man eine Fastenwoche mit einem Fastenleiter, dann wird geraten, zu Hause bereits die Entlastungstage zu absolvieren. In der Gruppe finden dann nur noch die reinen Fastentage sowie am letzten Tag das Fastenbrechen statt. Die Aufbautage absolviert man wieder für sich zu Hause.

Heilfasten – was passiert im Körper?

Fastenstadium 1: Tag 1 bis 2

Am ersten und zweiten Fastentag verbrennt der Organismus zunächst einmal alle seine Zuckerreserven – auch jene, die in Form von Glykogen in der Leber gespeichert sind. Nach spätestens 18 bis 24 Stunden sind diese Vorräte aufgebraucht. Kurzfristig werden nun körpereigene Proteine abgebaut, um aus den Aminosäuren Glucose (Blutzucker) und damit Energie zu gewinnen.

Da der Körper aber weiss, dass er seine Muskeln noch brauchen wird (ohne Muskeln wird es dem Menschen noch weniger gelingen, Nahrung herbeizuschaffen), stellt er diese Form der Energiegewinnung sehr schnell wieder ein, so dass der letztendliche Muskelabbau in einer einwöchigen Fastenkur (exklusive Entlastungs- und Aufbautage) nur wenige hundert Gramm ausmacht – und umso geringer ist, je besser Sie während des Fastens für regelmässige Bewegung bzw. leichtes Training sorgen.

In diesen ersten beiden Tagen sinken ausserdem der Blutdruck und der Blutzuckerspiegel. Auch der Herzschlag wird verlangsamt. Kopfschmerzen, Schwindel, Schwächegefühle, Müdigkeit und eine belegte Zunge können auftreten. Die Lust auf Essbares quält besonders am zweiten Tag.

Fastenstadium 2: Tag 3 bis 7

Bei den meisten Menschen lässt am dritten Tag das Hungergefühl nach. Stattdessen macht sich langsam aber sicher ein Hochgefühl breit, das seinen Ursprung in einer erhöhten Serotonin- und Adrenalinausschüttung hat. Jetzt beginnt das Fasten, Spass zu machen.

Der Körper greift immer häufiger auf Fettreserven und immer weniger auf Proteine zurück. Die Fettsäuren werden direkt als Energiequelle verwendet. Ausserdem stellt sich der Organismus aus dem im Fett enthaltenen Glycerin die benötigte Glucose für das Gehirn her.

Nach wie vor werden auch Proteine für die Glucoseherstellung verwendet. Das hat nicht nur Nachteile, sondern auch enorme Vorteile. Denn der Organismus greift nicht nur auf körpereigene Proteine zurück, sondern – so heisst es – auch auf Proteine, auf die er gut und gerne verzichten kann, z. B. auf proteinhaltige Ablagerungen an den Blutgefässwänden, auf schädliche Krankheitserreger oder sogar auf Tumoren und Geschwüre.

Die Haut kann in dieser Zeit unrein und fettig werden. Das Immunsystem wird aktiver denn je. Der Körper beginnt mit Reparaturprozessen, für die er jetzt viel Zeit hat. Mundgeruch kann entstehen. Spülen Sie den Mund mit etwas in Wasser aufgelöstem Salz.

Fastenstadium 3: Tag 8 bis 15

Man verfügt über einen grossartigen Energielevel. Der Geist wird glasklar und man fühlt sich hervorragend. Die Energiegewinnung läuft meist schon am 8. Tag nur noch mit Fetten. Proteine werden keine mehr abgebaut. Man ist in der Ketose, einem Stoffwechselzustand, in dem der Körper aus Fetten sog. Ketonkörper herstellt und diese statt Glucose als Brennstoff verwendet.

Laut Fastenexperte Tom McGregor und Autor von Fasting to Freedom (Fasten in die Freiheit) können jetzt uralte Verletzungen zu schmerzen beginnen. Wenn Sie sich beispielsweise vor zehn Jahren den Arm gebrochen haben und sich damals nicht so gut ernährt haben, kann die einstige Bruchstelle jetzt erneut weh tun. Der Körper optimiert den damaligen Heilprozess, baut Narbengewebe ab und gesundes stabiles Gewebe auf.

Das geschieht natürlich nicht nur an ehemaligen Knochenbrüchen, sondern überall im Körper, wo es etwas zu reparieren gilt. Alte funktionsuntüchtige Zellen werden aufgelöst und machen Platz für gesunde und leistungsfähige Zellen.

Fastenstadium 4: Tag 16 bis 30

Die Entgiftung und Reinigung des Körpers wird langsam aber sicher abgeschlossen. Die Zunge wird wieder rosa und der Atem frisch. Dennoch können immer wieder Tage auftreten, in denen es einem nicht so gut geht, da der Körper seine ganze Kraft in die Reparatur kranker Gewebe steckt. Ab Tag 20 jedoch fühlt man sich geistig klarer denn je. Die Konzentrationsfähigkeit ist extrem gut. Jetzt ist die Zeit des Abschieds vom Fasten gekommen. Langsam beginnt man nach dem Fastenbrechen wieder mit dem Essen, bleibt aber ausschliesslich bei gesunder Kost.

„Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente.“ (Hippokrates 460-377 v. Chr.)

Heilfasten – wie funktioniert das?

Ein bis drei Entlastungstage

Ein bis drei Entlastungstage (je nach vorheriger Ernährungsweise) bereiten den Organismus auf das kommende Fasten vor. An jedem dieser Tage achtet man auf einen hohen Obst- und Gemüseanteil. Gedämpfte Gemüsespeisen und Obstvarianten bilden die Basis. Tierische Lebensmittel werden in den Entlastungstagen nicht verzehrt. Gleichzeitig sollte man an den Entlastungstagen auf genügend Wasser oder Kräutertee (1,5 bis 2 Liter täglich) achten.

Darmentleerung am 1. Fastentag

Am ersten Fastentag startet man mit der Darmentleerung. Dazu wird meist Glaubersalz empfohlen, das man in 500 ml Wasser einrührt und innerhalb von 20 Minuten trinkt. Davor und danach sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, damit der physiologische Effekt des Salzes zu einer spontanen Darmentleerung führen kann. Diese äußert sich in den nächsten Stunden als typische durchfallartige Darmentleerung. Natürlich kann man auch andere Abführmethoden auswählen (Sauerkrautsaft, Pflaumensaft.) Wahlweise eignet sich auch ein Einlauf als Startschuss in die Fastenzeit.

Fünf bis sieben Fastentage

Das klassische Heilfasten wird sieben Tage lang durchgeführt. Hier ist ein exemplarischer Ablauf eines Fastentags.

Morgens 250 ml Kräutertee oder Ingwertee, wer koffeinhaltige Getränke gewöhnt ist, kann notfalls Grüntee trinken, oft hat jedoch schon der Ingwer eine ausreichend belebende Wirkung
Vormittags 1 Liter Wasser oder Kräutertee
Mittags 250 ml frisch gepresster Frucht- oder Gemüsesaft (verdünnt)
Nachmittags 1 Liter Wasser oder Kräutertee
Abends 250 ml Gemüsebrühe aus frisch gekochtem Gemüse, das jedoch nach dem Kochen abgeseiht wird. Man trinkt nur die reine Brühe. Die Brühe wird ohne Brühwürfel, Würze o. ä. und nur mit sehr wenig Salz hergestellt

Fastenrituale

Für mich gehören Fastenrituale absolut dazu! Ich zähle euch mal ein paar der wichtigen  auf:

  • Einläufe
  • Leberwickel
  • Basenbäder
  • Trockenbürstungen
  • Meditation
  • Supplemente in Ausnahmefällen (Beispiel: Magnesium bei stärkerer sportlicher Betätigung)

Heilfasten für wen?

Das therapeutische Heilfasten bietet eine tiefgründige Methode chronische Erkrankungen zu therapieren. Gesunde Personen können gut vorbereitet und belesen eine Fastenauszeit eigenständig durchfuhren. Wer etwas mehr Unterstützung braucht und sich unsicher fühlt, ist bei einer ausgebildeten professionellen Fastenleitung gut beraten und aufgehoben.Mögliche Erkrankungen die in Fastenkliniken medizinisch betreut werden können:

  • Typ-2-Diabetes
  • Metabolisches Syndrom
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Bluthochdruck
  • Gelenk- und Weichteilrheumatismus
  • Übergewicht (Adipositas)
  • Hautkrankheiten
  • Migräne
  • Gicht (Hyperurikämie)
  • Morbus Crohn
  • Colitis Ulcerosa

Heilfasten – Facts

Wusstet ihr, dass…

… Heilfasten bei einer beachtlichen Anzahl an Krankheiten für Linderung sorgt und zu Ausheilungen führen kann?

… dass die Charié in Berlin eine erfolgreiche Heilfasten-Abteilung besitzt?

… Heilfasten die Stimmung hebt  und die damit verbundene Ausschüttung von Serotonin die Stimmung aufhellen kann?

… dass Heilfasten schon seit Jahrtausenden praktiziert wird und fester Bestandteil vieler Religionen ist?

… die meisten Menschen noch nie gefastet haben?

… Heilfasten den Blutdruck schon in den ersten Tagen senken kann?

Quellen

Eine Sammlung der Quellen plus zusätzliche Informationen

Film

Film „Fasten & Heilen – altes Wissen, neue Forschung“ | ARD-Produktion auf arte| 08.01.2018 | 22:40 Uhr | Fasten & Heilen – Der Film

oder auch auf Youtube | Fasten & Heilen – Der Film

arte-fasten-heilen-2013

Film „St. Peter-Ording – Fasten am Meer“ | WDR | vom 05.03.2017 | mit meiner Wenigkeit | Fasten am Meer WDR

Danke für euer Interesse am Thema Fasten und die Begleitung auf meiner Fastenreise,

eure Laura

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Rebecca sagt:

    Hey liebe Laura!
    Ich hab vor in 1-2 Wochen zu Fasten. Auch hauptsächlich nach Buchinger, aber mit dem Einfluss meiner Freundin die chinesische Medizin studiert hat. Mir stellt sich die Frage ob Öl (hochwertiges Olivenöl zB 1-2 Löffel zur Gemüsebrühe) günstig wären, bzw. was deine Meinung dazu ist.

    Meine Freundin meint es sei essenziell (kaum tcm). Mich würde deine Ansicht interessieren!

    Liebe Grüße,
    Rebecca

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    1. lustesser sagt:

      Hallo liebe Rebecca,

      es freut mich sehr, dass du dich für eine Heilfastenzeit entschieden hast. Beim Heilfasten ist es wichtig, dass dem Körper nicht über eine bestimmte Menge an Kalorien zugeführt wird, da dieser sonst aus dem Fastenstoffwechsel wieder in den normalen Stoffwechsel übergeht. Der sogenannte „Metabolic Switch“ würde durch die hohe Kalorienmenge des Öls möglicherweise in Richtung des normalen Stoffwechselprogramms wechseln. Es könnte dadurch passieren, dass du Hunger empfindest und somit nicht mehr fastest.

      Ich hoffe ich konnte dir deine Frage beantworten – lieber spät als nie 🙂

      Herzliche Grüße,
      Laura

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  2. Mcihelle sagt:

    Soooo ein guter Beitrag!!! Danke ❤️

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  3. Mario sagt:

    Super Artikel! Noch eine kleine Anmerkung: Nicht alle Tumore sind auf Zucker angewiesen, es gibt auch glucoseunabhängige Tumore.

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    1. lustesser sagt:

      Lieber Mario,

      vielen Dank für den richtigen Hinweis. Bevor es zu Verwirrungen kommt, habe ich diese Passage entfernt. Vielen Dank für ihren Kommentar.

      Liebe Grüße,
      Laura

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